Petzold und Sigloch siegen im Team

Bewährungsprobe bestanden: Der Sparkassen-Sportpark und das Organisationsteam von der

HSB-Leichtathletikabteilung sowie vielen Helfern aus anderen Kreisvereinen riefen bei der

Mehrkampf-Landesmeisterschaft viel Lob von den auswärtigen Athleten hervor. Schon vor vier Monaten begann für Organisationschef Uwe Zimmermann die Arbeit, am Wochenende hatte er nun rund 70 Helfer (davon 55 Kampfrichter) im Einsatz. Begeistert waren die Gäste vor allem von der Kompaktheit der Anlage und der guten Infrastruktur.

Bei den Leichtathleten gelten die Mehrkämpfer als ganz besondere Typen, das bestätigte

sich auch an diesem Wochenende, wo die lockere Stimmung zu zahlreichen Topleistungen

und Rekorden führte. Erfolgreich waren auch die Gastgeber, Dominik Petzold und

Nina Sigloch siegten jeweils mit dem LG-Staufen-Team, Nina Sigloch erreichte in der Teamwertung einen neuen württembergischen Rekord.

Außer einem heftigen Schauer am Samstagvormittag hielt das Wetter, im Sportpark herrschten prima Bedingungen und die Zuschauer sahen einige Topleistungen. An erster Stelle ist hier  wohl Lisa Maihöfer von der LG Staufen zu nennen. Die bei der U 18 startende Athletin, die

im Herbst erst ihren 16. Geburtstag feiern wird, sorgte mit ihrem Auftritt im Hochsprung am Samstag für Begeisterung im Sportpark.

„Zuerst war's komisch, weil ich als einzige Athletin noch im Wettkampf war, aber dann war es ein Vorteil, die Sprünge so hintereinander weg machen zu können", berichtet Maihöfer, die bei 1,60 Meter einstieg – einer Höhe, an der die gesamte Konkurrenz gescheitert war. Die junge Gmünderin meisterte aber eine Höhe nach der anderen im ersten Versuch, wurde bei 1,76 m schon für einen Rekord gefeiert und überquerte dann sogar unglaubliche 1,80 m sicher. Damit hätte sie sogar die Qualifikationsnorm bei den Damen für die deutsche Meisterschaft erfüllt.

Die restlichen Disziplinen absolvierte sie ebenfalls stark, trumpfte vor allem noch im Weitsprung

(5,95 m) auf. So holte sich Maihöfer mit 3326 Punkten einen neuen württembergischen Rekord im Vierkampf, gewann am Ende den Siebenkampf souverän mit 5278 Zählern. Sie hatte fast 700 Punkte Vorsprung auf die Zweite, schaffte die DM-Qualifikation und ist Zweite der deutschen Rangliste. Kein Wunder, dass sie mit dem Wettkampf hoch zufrieden war. „Das ist hier mein Lieblingsstadion, hier sehen die 400 Meter so kurz aus", sagte Maihöfer, die nach der Saison entscheiden will, ob sie sich auf den Hochsprung spezialisiert.

Freuen durfte sich auch Nina Sigloch vom HSB, die mit Maihöfer und Leonie Riek die Mannschaft der LG Staufen bildete. Das Trio stellte einen württembergischen Vierkampf-Rekord auf, siegte im Siebenkampf mit 13 722 Punkten und schaffte ebenfalls die DM- Norm. In der Einzelwertung belegte Sigloch mit 4097 Punkten Rang elf, gut waren vor allem ihr Hochsprung (1,52 m), die 100 m Hürden (15,76 sec) und der Weitsprung (5,07 m). Ihre Vereinskameradin Karin Dempewolf bestritt einen Vierkampf und erreichte hier mit 2044 Zählern Rang 28.

Bei der männlichen U 18 wollte der HSBler Dominik Petzold nach langer Verletzungspause wieder vorn mitmischen und das gelang ihm hervorragend. Am ersten Wettkampftag holte er sogar mit 3327 Punkten Bronze im Fünfkampf. Im Hochsprung stellte er mit 1,88 m seine Bestleistung ein, zudem standen 11,85 sec über 100 m, 6,21 m im Weitsprung, 12,63 m im Kugelstoßen und 53,20 sec im 400-m-Lauf zu Buche. Am zweiten Tag musste dann beim Diskuswurf gezittert werden, nach zwei Fehlversuchen sowie stark böigem Wind war ein „Salto

nullo" zu befürchten. Nervenstark beförderte Petzold die Scheibe aber im letzten Versuch noch auf ordentlich 31,15 m. Dazu kamen 16,62 sec über 110 m Hürden, 3,50 m im Stabhochsprung,

41,29 m mit dem Speer und 5:12,05 min im 1500-m-Lauf. Mit 5914 Punkten verpasste der Ger-

stetter nur um 83 Zähler eine weitere Medaille und wurde Vierter, auch die DM-Norm (6200 Punkte) ist nicht weit entfernt. „Für den ersten Zehnkampf war das ganz okay, ich muss noch ein bisschen mehr Speer trainieren und schauen, dass beim Diskus gleich der erste reinfliegt", meinte der gewohnt unbekümmerte Petzold, der einer der jüngsten im Feld war und nächstes Jahr nochmals in dieser Klasse starten darf. Am Ende war er dann doch ziemlich platt – kein Wunder, musste der 15-Jährige doch in diesem Wettkampf erstmals die 400 und die zum Abschluss so mörderischen 1500 Meter laufen. Seine Leistung ist umso höher einzuschätzen, da er dieses Jahr wegen eines Bänderrisses im Sprunggelenk und einer Zerrung des Hüft-

beugers lange pausieren musste. „Jetzt bin ich wieder bei 100 Prozent und werde versuchen, mich noch für die deutsche Meisterschaft zu qualifizieren", sagte Petzold, der sich zudem über den baden-württembergischen Titel mit der Mannschaft freuen durfte. Mit 15 613 Punkten setzte sich die LG Staufen klar durch, verpasste aber knapp die DM-Norm. Auch in den anderen Altersklassen gab es starke Leistungen, beispielsweise die 5,20 Meter im Stabhochsprung (neuer Stadionrekord) von Felix Hepperle, dem souveränen Sieger bei den Herren.