Wie einst auf der Aschenbahn

Gern gesehene Gäste im Sportpark waren zwei der besten Leichtathleten, die Heidenheim je hervorbrachte, und die beim Empfang mit Vertretern der Stadt anlässlich der Mehrkampfmeisterschaften , des hsb und der Kreissparkasse aus der Vergangenheit berichteten.

Viele Heidenheimer erinnern sich noch an Speerwerfer Helmut Schreiber, der jahrelang zur

absoluten deutschen Spitze zählte. Am Wochenende der Veranstaltung besuchte er nun seine Mutter Traudl, die bei der Hauptversammlung des HSB für 85 Jahre Mitgliedschaft geehrt und auf Einladung seines ehemaligen Trainers und guten Freundes Klaus Hensolt auch die Meisterschaft im Sportpark.

„Ich komme gerne hierher, es ist toll was aus diesem Stadion geworden ist. Für  mich ist das eine emotionale Angelegenheit, schließlich habe ich hier einmal angefangen", sagt der 59-Jährige, der einst auf der holprigen Aschenbahn des Jahnplatzes seine Runden absolvierte, wobei vor Meisterschaften erst einmal mit dem Kreide-Wägelchen die Linien gezogen werden mussten. Nach ersten Erfolgen als Mehrkämpfer spezialisierte er sich unter Trainer Hans Knoth auf den Speerwurf, wurde deutscher Jugendmeister und Studentenweltmeister. Schreibers Bestweite liegt bei 92,72 Metern, als er 1980 Zweiter der Weltrangliste war, verpasste er wegen des Boykotts der westlichen Staaten die Olympischen Spiele von Moskau.

Starten durfte in Moskau Lutz Dombrowski aus der damaligen DDR, der sich in der sowjetischen Hauptstadt die Goldmedaille im Weitsprung holte und bis heute den deutschen Rekord hält. Mittlerweile ist er in Gmünd Trainer bei der LG Staufen, war in dieser Funktion zu Gast im Sportpark. Schreiber studierte Medizin, betreibt heute in Freiburg eine Orthopädie-Einrichtung für Leistungssportler. Seit 2000 ist er – mit Unterbrechung – leitender Arzt des Deutschen Leichtathletikverbandes und in dieser Funktion bei allen großen Sportereignissen wie Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften dabei. Für seine Verdienste wurde er nun zum „Sportarzt des Jahres" ausgezeichnet.

Nach Heidenheim kommt Schreiber nicht mehr sehr oft, aber immer gern, den Kontakt hält er

vor allem über seine Mutter – die ihm nach wie vor fein säuberlich die Leichtathletik-Artikel aus der Heidenheimer Zeitung ausschneidet – sowie über Klaus Hensolt. Noch ein weiterer Schützling Knoths besuchte die Meisterschaft: Zehnkämpfer Hans-Joachim Häberle. Auch er ist mittlerweile Mediziner und als Radiologe in Neu- Ulm tätig. Knoth erinnerte an die Zeit, als der junge Athlet zum Training mit dem Zug von Sontheim nach Heidenheim fuhr, dann den

weiten Weg zum Jahnplatz auf sich nahm – im Sommer wie im Winter.Das hielt ihn nicht davon ab, deutscher Jugendmeister zu werden und sich (Bestleistung 8053 Punkte) unter den besten deutschen Zehnkämpfern einzureihen. Bei so vielen prominenten Besuchern und deren durchweg großer Begeisterung für die Meisterschaften im Sportpark freute sich

auch Oberbürgermeister Bernhard Ilg: „Da können wir nicht allzu viel falsch gemacht haben.