TSV Heiningen II - hsb

TSV Heiningen II - hsb 34:32 (23:17)

hsb verschenkt den durchaus möglichen Sieg beim TSV Heiningen

Wenn es eine Halle in der Bezirksliga gibt, in der die hsb-Handballer nicht gerne antreten, dann ist dies die Voralbhalle in Heiningen. In den letzten Jahren musste man regelmäßig die Punkte in Heiningen lassen und auch am Samstagabend tat sich der hsb wieder einmal sehr schwer. Die Ausgangssituation war für beide Mannschaften die gleiche: Ein Sieg würde den wohl sicheren Klassenerhalt bedeuten, eine Niederlage dafür sorgen, dass bis zum letzten Saisonspiel gezittert werden muss.

Die Hausherren schienen mit dieser Situation zunächst besser umgehen zu können. Immer wieder kamen sie über den hühnenhaften Terbeck zu einfachen Toren aus dem Rückraum. Dieser hatte nach gespielten 5 Minuten schon dreimal eingenetzt und war von der Abwehr einfach nicht in den Griff zu bekommen. Dieser Mannschaftsteil inklusive beider Torhüter funktionierte bei den Gästen in den ersten 30 Minuten in keiner Phase. Viel zu passiv agierend, ließ man die körperlich sehr starken Heininger immer wieder in der Nahwurfzone abschließen und diese nahmen die Einladungen dankend an. Vor allem über Schlagwürfe waren die „Staren" erfolgreich und konnten so die Führung an sich reißen. Dass der hsb zunächst dran blieb, lag daran, dass man im Angriff spielerisch sehr wohl überzeugen konnte. Beo Somogyi führte gekonnt Regie und agierte mit sehr viel Übersicht. So hatte man von der Tribüne das Gefühl, dass der hsb handballerisch zwar mehr Potential als die Gastgeber hat, sich durch seine sehr schlechte Defensivearbeit aber alle Siegchancen zu Nichte macht. Nach einem 7:6 nach neun gespielten Minuten setzte sich der TSV langsam aber sicher ab. Nach 20 Minuten führten die Gastgeber bereits mit 17:11 und es war bezeichnend, dass erst im nächsten Angriff der hsb-Torhüter die erste Parade für sich verbuchen konnte. Vier Minuten später führten die Hausherren mit 21:14 und es schien sich eine Vorentscheidung anzubahnen. Doch nun steigerte sich beim hsb die Defensive inklusive Torhüter Bosch. Zweimal wurde ein Wurf geblockt und die Gäste verkürzten auf 21:16. Allerdings folgten unmittelbar im Anschluss 2 technische Fehler und diese verhinderten eine weitere Aufholjagd. 20 Sekunden vor der Halbzeit hatte der hsb nochmal die Chance in der zweiten Welle zu verkürzen, vergab jedoch überhastet und musste mit der Halbzeitsirene das 23:17 hinnehmen. 23 Tore nach 30 Minuten, das zeigte das große Problem des hsb an diesem Abend.

Nach Wiederbeginn wirkte die Abwehr wie ausgewechselt. Die Werfer wurden deutlich früher attackiert und die Angreifer mussten deutlich mehr investieren, um zum Abschluss zu kommen. Die aus der verbesserten Abwehrarbeit resultierenden Ballgewinne führten zu Tempogegenstößen und nach drei Minuten hatte der hsb auf 23:20 verkürzt. Heiningen erhöhte in der Folge wieder und nach 38 Minuten stand ein 27:23 auf der Anzeigentafel. Dann scheiterte ein hsb-Angreifer vom Kreis am TSV-Torhüter und vom Arm des Torhüters sprang der Ball an die Hallendecke. Obwohl der Ball überdeutlich mehrere Meter innerhalb der Spielfeldmarkierung die Decke berührte, entschieden die unsicheren Torhüter auf Ballbesitz für Heiningen. Alex Sabouni protestierte gegen diese klare Fehlentscheidung und bekam dafür eine doppelte 2-Minuten-Strafe. In der folgenden Unterzahl erhielt zu allem Überfluss auch noch Marcel Hug eine 2-Minuten-Strafe aufgebrummt und der TSV erhöhte in doppelter Überzahl auf 28:23. Doch der hsb konnte die hohe Intensität in der Deckung nun konstant aufrechterhalten und verkürzte Tor um Tor. Nach 48 Minuten war beim 30:28 der Abstand auf nur noch 2 Tore geschmolzen, obwohl neben mehreren guten Chancen auch ein 7-Meter vergeben wurde. Das Spielgeschehen wogte nun hin und her und die Spannung stieg von Minute zu Minute. Beiden Mannschaften war die Belastung nun deutlich anzumerken und die Zahl der technischen Fehler stieg deutlich an. Fünf Minuten vor dem Ende war beim 32:31 der Anschluss geschafft, doch eine weitere Überzahlsituation nutzte der TSV zum 33:31. Allerdings mobilisierte der hsb nun die letzten Reserven und erkämpfte einen weiteren 7-Meter. Doch auch diese Großchance wurde 2 Minuten vor Spielende vergeben und der TSV erhöhte auf 34:31. Die Abwehr wurde nun auf eine Manndeckung umgestellt und tatsächlich konnte der hsb sofort einen Ball erkämpfen. Allerdings landete der Tempogegenstoßpass im Aus. Noch 90 Sekunden waren zu spielen und Heiningen versuchte die Zeit von der Uhr zu spielen. Allerdings unterlief den Hausherren eine Minute vor Ende ein Stürmerfoul und der hsb bekam nochmal die Chance zu verkürzen. Doch wieder folgte umgehend ein Ballverlust und der TSV kam nochmal in Ballbesitz. Allerdings blieb auch der nächste Versuch der Gäste wieder in der hsb-Abwehr hängen und diese dritte Chance in Folge ließ sich Viktor Fres im Tempogegenstoß nicht entgehen. Allerdings kam das 34:32 zu spät und Heiningen konnte den glücklichen Sieg feiern. Der hsb muss sich den Vorwurf gefallen lassen, viel zu viele Chancen ungenutzt gelassen zu haben und so die Punkte leichtfertig verschenkt zu haben. Nun muss das Heimspiel gegen die HSG Oberkochen/Königsbronn unbedingt gewonnen werden, um den Klassenerhalt nicht in Gefahr zu bringen.

M. Bosch, A. Rode, W. Halsner 2, A. Sabouni 1, T. Baur 1, B. Somogyi 5/1, T. „Ujah" Baur 4/3, E. Marker 2, M. Hug 3, F. Biebl 4, T. Uhl 5, V. Fres 2, T. Stegmeier 2, K. Mpouras 1

Zuschauer: 50